Schadenkategorien

Schäden kommen in unterschiedlicher Intensität vor. Es gibt kaum ein Fahrzeug, welches während seiner gesamten Nutzungsdauer schadenfrei bleibt. Es kann sich um kleine Bagatellen, typische Blechschäden oder komplexe Strukturschäden handeln, wobei letztere aufgrund der hohen Kosten häufig nur im obersten Preissegment ausgeführt werden.

 

Eine Unfallfreiheit zu garantieren ist heikel: Gemäss rechtlicher Definition ist auch ein kleines Missgeschick ein Unfall. Ein Fahrzeug mit einem massiven Hagelschaden ist zwar nach logischer Definition immer noch unfallfrei, die Instandsetzung, beispielsweise der Ersatz der Dachhaut, ist aber wesentlich anspruchsvoller und entsprechend mit einem höheren Fehlerrisiko behaftet, als die Behebung eines kleinen Unfallschadens.

 

Die Einteilung der Schadenkategorie basiert auf den durch das Ereignis notwendige Instandsetzungsverfahren. Dies begründet sich in der Logik: Wenn ein Aussenhautteil ersetzt wird, ist es nicht relevant, aufgrund welchen Schadenereignisses dieser Ersatz notwendig wurde. Es ist nicht relevant, ob ein Dach wegen einem Hagelschaden oder wegen einem Unfall (zum Beispiel Kollision mit Garagentor) ersetzt wurde.

 

Bei der nächst höheren Gruppe sind alle vorangehenden Schäden automatisch eingeschlossen.

 

 

 

Schaden-

kategorie

      Notwendige Instandsetzungen       Beispiele
I
  • De-/Montage und Ersatz von Anbauteilen
  • Schleifen und Polieren von Kratzern
  • Reine Lackierarbeiten
  • Oberflächliche oder tiefer Kratzer, Steinschläge, Schäden durch Insektenkot, Schäden durch Baumharze usw.
  • Beschädigte Anbauteile
  • Ersatz von Seitenscheiben
II
  • Ausbeularbeiten von Aussenhautteilen
  • Ersatz von geschraubten oder genieteten Bauteilen jeglicher Art wie alle nicht kraftschlüssig verbundenen Carrosserieteilen, Scheinwerfer, Stossstangen, Kühler, Crashboxen usw.
  • Parkschaden
  • Kleinere Kollision 
  • Vandalenschaden
  • Hagelschaden ohne Ersatz von kraftschlüssig verklebten Bauteilen
III
  • Ersatz von krafschlüssig verbundenen Aussenhautteilen wie Bleche, Scheiben, Verbundwerkstoffteile usw. mittels verschiedenen Fügetechniken (Schweissen/Kleben/Nieten und Kleben)
  • Rückverformen und ausbeulen von kleinen Deformationen von sekundär tragenden Bauteilen
  • Ersatz von Windschutzscheiben
  • Mittlerer Kollisionsschaden mit Ersatz von Heckblech, Seitenwand, Schwelleraussenblech usw.
  • Hagelschaden mit Ersatz von kraftschlüssig verbundenen Bauteilen (inkl. Scheiben)
IV
  • Ersatz von sekundär tragenden Bauteilen wie Quer-/Längsträger-Vorderteil, Verstärkungsbleche
  • Grösserer Auffahrunfall
  • Seitenschaden mit grösserer Krafteinwirkung (Ersatz von Verstärkungsblechen beispielsweise von C-Säulen usw.)

V

  • Ersatz von primär tragenden Bauteilen (tragende Längs- und Querträger zwischen Vorder- und Hinterachse, Verstärkungsbleche, Bodenbleche, A-/B-/C-Säulen Hauptbleche usw.)
  • Sehr starker Auffahr-/Seitencrash
Ausgabe: Version 02 / 17. April 2013  

 

Die Einteilung in die entsprechende Kategorie erfolgt nach der aufgrund des Schadeneintrittes notwendigen Reparaturmethode. Wird eine andere Instandsetzungsart gewählt, wird für eine korrekte Beurteilung trotzdem die höhere, korrekte Kategorie berücksichtigt.

 

Beispiel:

Eine Seitenwand welche aufgrund der Schadensituation (Schadenort, Konstruktion Seitenwand usw.) anstatt ersetzt nur in Stand gesetzt wird, wird trotzdem der Kategorie III zugeteilt.

 

Beschädigungen aufgrund von Hochwasser-, Brand- oder Chemieunfällen sind hier nicht behandelt.

 

© Swissgarant

April 2013

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