Explodieren die Reparaturkosten wirklich - oder nur die Ausreden?

 

Versicherungsexperten erzählen seit Jahren, die Reparaturkosten würden aus dem Ruder laufen. Gleichzeitig klagen viele Carrosserie- und Lackierbetriebe über sinkende Auslastung, Preisdruck und immer schwierigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

 

Beides zusammen passt nicht.

 

In Deutschland bestätigt selbst die HUK-Coburg, dass die Werkstattauslastung deutlich gesunken ist und fiktive Abrechnungen zunehmen – also Schäden, die gar nicht repariert, sondern nur ausbezahlt werden. Als Grund wird unter anderem das steigende Fahrzeugalter genannt.

 

Auch in der Schweiz ist der Fahrzeugbestand alt. Das Durchschnittsalter der Personenwagen liegt bei rund 10,8 Jahren. Bei älteren Fahrzeugen entscheiden sich Kunden häufiger gegen eine vollständige Reparatur – vor allem dann, wenn die Entschädigung ausbezahlt wird und das Fahrzeug trotzdem weiterfährt.

 

Nach Einschätzung eines Versicherungsinsiders liegt der Anteil solcher fiktiven Abrechnungen in der Schweiz mittlerweile bei rund 30 Prozent.

 

Das bedeutet: Ein erheblicher Teil der Schäden landet gar nicht mehr in der Werkstatt. Trotzdem wird öffentlich der Eindruck erweckt, die Reparaturbetriebe seien das Kostenproblem.

 

Diese Darstellung greift zu kurz.

 

Die Betriebe investieren in Hochvolt, Aluminium, Multimaterial, Kalibrierungen, Diagnose, Herstellervorgaben, Ausbildung und moderne Infrastruktur. Gleichzeitig werden Stundenansätze gedrückt, Positionen gestrichen und technisch notwendige Arbeiten hinterfragt.

 

Wenn Versicherungen gleichzeitig von hohen Prämien, weniger effektiv reparierten Schäden und tieferen Werkstattauslastungen profitieren, stellt sich eine berechtigte Frage:

 

Explodieren wirklich die Reparaturkosten – oder wird einfach immer weniger fachgerecht repariert?

 

Swissgarant fordert eine ehrliche Diskussion. Wer sichere Reparaturen, Werterhalt und Herstellervorgaben ernst nimmt, darf Reparaturbetriebe nicht zum Sündenbock machen. Qualität kostet Geld. Nicht oder mangelhaft  reparierte Schäden kosten vor allem eines: Vertrauen.

 

 

NEWS: Instandsetzung ist ökologisch

 

Reparieren statt verschrotten – die neue Studie bestätigt es eindeutig

 

Die Versicherungswirtschaft verfolgt seit Jahren eine Strategie, die diametral zum Interesse von Mensch und Umwelt steht: Fahrzeuge sollen möglichst früh zum wirtschaftlichen Totalschaden erklärt werden. Diese Praxis steigert Gewinne – zerstört aber lokale Wertschöpfung, belastet die Umwelt und benachteiligt Geschädigte.

Der Verband VFFS, dessen Mitglieder wirtschaftlich weitgehend von Versicherungen abhängig sind, liefert mit den Bewertungsrichtlinien BWR regelmässig die gewünschte argumentative Grundlage. In der Ausgabe 2020 wurde gar behauptet, ein Totalschaden sei «ökologischer» als eine fachgerechte Reparatur. Diese Aussage war schon damals fachlich unhaltbar. Nun liegt der wissenschaftliche Beweis vor.

 

Neue Studie der FHNW: Reparieren ist ökologisch deutlich überlegen

 

Die Hochschule für Technik und Umwelt der Fachhochschule Nordwestschweiz hat untersucht, wie sich Reparatur und Ersatzfahrzeug aus ökologischer Sicht unterscheiden. Das Resultat ist eindeutig:

 

Ein bestehendes Fahrzeug so lange wie möglich weiterzufahren ist fast immer die umweltfreundlichste Lösung.


Die Herstellung eines Autos verursacht enorme Mengen an CO₂ und Ressourcenverbrauch; erst nach vielen Jahren Nutzung stellt sich eine positive Ökobilanz ein. Die Studie deckt sich damit vollständig mit früheren wissenschaftlichen Analysen aus Deutschland und der EU.

 

Die Realität hinter dem Totalschaden: Profit statt Nachhaltigkeit

 

Wird ein vermeintlicher Totalschaden nicht repariert, sondern exportiert, verschärft sich das Umweltproblem massiv:

  • Fahrzeuge werden häufig nach Westafrika oder Osteuropa verschoben.

  • In vielen Ländern werden Katalysatoren sofort ausgebaut – die Emissionen steigen auf das Vielfache.

  • Die spätere Entsorgung erfolgt unter ökologisch unhaltbaren Bedingungen.

  • Ganze Regionen leiden unter extremer Luftbelastung durch importierte Gebrauchtwagen.

Die von Versicherungen forcierte Totalschadenpraxis führt damit nachweislich zu höheren Emissionen, zu mehr Umweltbelastung und zu einer Verlagerung von Problemen in Länder mit schwachen Umweltstandards.

 

Geschädigte und Wirtschaft zahlen den Preis

 

Was als «ökologisch sinnvoll» verkauft wird, ist in Wahrheit ein reines Gewinnmodell:

  • Fahrzeuge werden nicht mehr in der Schweiz repariert – lokale Arbeitsplätze und Wertschöpfung gehen verloren.

  • Geschädigte erhalten Lösungen, die für sie nachteilig sind.

  • Versicherungen profitieren doppelt: durch vermiedene Reparaturkosten und durch hohe Erlöse beim Export beschädigter Fahrzeuge.

Fazit

 

Die neue Studie bestätigt eindeutig, was Fachleute seit Jahren wissen:


Reparieren ist ökologisch, ökonomisch und gesellschaftlich die bessere Lösung.

 

Die Behauptung, Totalschäden seien nachhaltiger als eine fachgerechte Reparatur, ist wissenschaftlich widerlegt. Swissgarant setzt sich deshalb weiterhin klar dafür ein, dass Fahrzeuge fachgerecht instand gestellt werden, statt sie aus Profitgründen verfrüht in den Totalschaden zu drücken

 

Link: laengerfahren.ch

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Ist länger Fahren nachhaltig
Quantifizierung des Umweltfussabdrucks des Autofahrens
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